Digitale Veranstaltungsreihe

Jedes Semester organisieren wir eine Veranstaltungsreihe zu einem projektbezogenen Thema. Jede Veranstaltung besteht aus einem etwa 45-minütigen Vortrag mit einer anschließenden Diskussion. Das Publikum ist divers und umfasst neben Forschenden i.d.R. auch Kolleg:innen aus der Vermittlungs- und Bildungspraxis, sowie nicht-professionelle Interessierte. Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs am Nachmittag statt und werden über WebEx abgehalten.

Call for papers: Lokalgeschichte der Herbstdeportationen

Im Herbst 2026 jähren sich die Daten der ersten systematischen Massendeportationen von Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich zum 85. Mal. Zwischen November und Dezember 1941 verließen 20 Züge die größten deutschen Städte mit dem Ziel Ghetto Litzmannstadt und 22 fuhren Orte im besetzen Osteuropa an: Riga, Kaunas und Minsk. In ihnen jeweils um die 1.000 Personen, verfolgt als Jüdinnen und Juden. Die meisten von ihnen verschleppten die Nationalsozialist:innen in Ghettos, einige Transporte jedoch endeten in der direkten Vernichtung der Verfolgten.

Zum Gedenken an die Deportierten und um den aktuellen Wissensstand zu den Herbstdeportationen zusammenzuführen, veranstaltet das Projekt LastSeen. Bilder der NS-Deportationen im Wintersemester 2026/27 eine Reihe von Online-Vorträgen. In den einzelnen Sitzungen möchten wir uns der lokalen Deportationsgeschichte(n) im Deutschen Reich im Herbst 1941 widmen, bevorzugt mit Fokus auf mögliche visuelle Quellen. Ziel ist es, einen umfassenden und kritischen Blick auf die lokalen Geschehnisse zu werfen:

Was waren die organisatorischen und praktischen Abläufe? Wer waren die Täter:innen, wer die Opfer? Wie sahen die Erfahrungen der Verfolgten aus? Aber auch: Wer sah zu oder war dabei? Wie reagierte die Mehrheitsgesellschaft auf die ersten Deportationen und welche Rolle spielte Publikum bei den einzelnen Deportationsereignissen? Welche lokalen Spezifika können identifiziert werden und wo erkennen wir größere Linien?

Gesucht werden Beiträge zur Lokalgeschichte der Herbstdeportationen von 1941.

Bevorzugt werden Vorträge, die sich mit den frühen Deportationen aus Bielefeld, Bremen, Breslau, Coesfeld, Fulda, Hamburg, Moers, München, Stadtlohn, Stuttgart und Würzburg beschäftigen, aus denen Fotografien vorliegen. Aber auch alle anderen deutschen Orte (und insbesondere die Großstädte) fallen in den Themenbereich der Reihe.

Wir bitten um Einreichungen von Abstracts mit der maximalen Länge einer halben Seite, sowie kurzer biografischer Angaben an: lastseen@zedat.fu-berlin.de.

Einreichungsfrist ist der 15.05.2026.

Kooperationsverbund #LastSeen.
Bilder der NS-Deportationen


Dr. Alina Bothe
Projektleiterin

c/o Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg
Freie Universität Berlin
Habelschwerdter Allee 34A
14195 Berlin

lastseen@zedat.fu-berlin.de

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